Drei Jahre Autorin: Was habe ich dazugelernt?

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7. Juli 2020 – Ich habe dazugelernt. Aber was?
Mein erster Roman »Dein Weg, meine Liebe« erschien vor fast drei Jahren. Obwohl ich mich damals gut vorbereitet glaubte, habe ich viele Fehler gemacht. Aus ihnen habe ich gelernt.

Im Folgenden verrate ich euch drei Dinge, die ich bei »Zum Horizont führt keine Treppe« besser mache als bei meinem Debüt.

1. Der Einstieg

Bei meinem Debüt habe ich keinen Gedanken daran verschwendet, dass ich jemals in die Situation kommen würde, aus meinem Buch vorzulesen. Entsprechend schwer fiel es mir später, Stellen für meine Lesungen auszuwählen. Das soll beim neuen Roman anders sein, deshalb habe ich ihn mit einem spannenden Intro begonnen und auch die ersten Kapitel lockerer geschrieben. Keine schwermütigen Rückblenden, mehr Hier und Jetzt und wörtliche Rede.
Auf diese Weise kann ich meinen eigenen Text leichter vorlesen und hoffentlich einige Leser:innen mehr zum Buchkauf überreden, nachdem sie die Leseprobe geöffnet haben.

2. Schnipsel mitdenken

Da bei meinen Büchern ein Großteil der Werbung über Social Media läuft, ist es sehr nützlich, kleine Textausschnitte zu haben, mit denen sich die Geschichte anteasern lässt. Bei »Dein Weg, meine Liebe« dachte ich noch, Klappentext und Cover erledigen das von selbst. Als ich nach der Veröffentlichung auf Schnipseljagd ging, hatte ich meine liebe Mühe. Entweder die Sätze waren zu lang oder sie haben zu viel verraten. Für das neue Buch habe ich mir schon während des Schreibens überlegt, welche Sprüche sich für Schnipsel eignen würden. Manche habe ich bei den #freakyfridaynightwriters auf Instagram ausprobiert und mir für später notiert. Außerdem habe ich mir von Testleserinnen und meiner Lektorin Stellen markieren lassen, die ihnen besonders gut gefallen haben. Diese habe ich mir in ein eigenes Dokument kopiert, aus dem ich mich nun bediene, wenn es darum geht, »Zum Horizont führt keine Treppe« vorzustellen. Einige dieser Schnipsel habe ich mir auch schon für Postkarte, Lesezeichen und Motivtasse vorgemerkt.

3. Das Manuskript aus der Hand geben

„Dein Weg, meine Liebe“ haben vor der Veröffentlichung nur mein Mann, eine Freundin und meine Lektorin gelesen. Mehr Menschen konnte ich aus meinem Umfeld nicht dafür begeistern, Stunden mit einem Manuskript zu verbringen, das im Selfpublishing erscheinen und somit das Qualitätssiegel eines Verlags entbehren würde. Über genau jene SP-Veröffentlichung habe ich in den vergangenen drei Jahren glücklicherweise lesebegeisterte Menschen kennengelernt, die auch SP-Büchern eine Chance geben. Auf einen zweiten Roman mit meinen Protagonisten Vika und Etienne waren entsprechend mehr Leser:innen gespannt, sodass „Zum Horizont führt keine Treppe“ bis dato von sechszehn Personen – ganz oder teilweise – gelesen wurde. Anfangs war mir ein wenig mulmig zumute, so viele Menschen nach ihrer Meinung zu fragen. Viele Köche verderben ja bekanntlich den Brei und ich hatte Angst, dass mich die unterschiedlichen Meinungen verunsichern würden. Tatsächlich ist das nicht passiert. Ich konnte das Feedback annehmen und sehr genau erkennen, an welchen Stellen mehrere Leser:innen stolperten.

Das Feedback hat mir geholfen, gezielt nachzubessern. Hilfreich war auch, dass nicht alle Testleser:innen zeitgleich arbeiteten. Schon paralleles Feedback von zwei bis dreien hat Schwachstellen deutlich aufgezeigt. Die nächste Gruppe startete dann gleich mit der verbesserten Version. Insgesamt hat mir diese Arbeitsweise sehr viel Sicherheit gegeben. Ich konnte Stärken meines Textes besser erkennen und auch die Schwächen identifizieren.

Besser heißt nicht perfekt

Auch wenn ich ein paar Dinge seit meiner ersten Veröffentlichung dazugelernt habe, glaube ich nicht, dass dieses Mal alles perfekt laufen wird.

Die alten Fehler werde ich nicht noch einmal machen. Aber es gibt ja noch so viele neue Fehler, die ich machen könnte. Ich bin mir fast sicher, dass ich ein paar von ihnen ausprobieren werde.

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