Triggerwarnung

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Mein neuer Roman »Zum Horizont führt keine Treppe« erzählt von den ersten Beziehungsmonaten meiner Protagonisten Vika Kreutzberg und Etienne Jeancour.

Auch wenn beide verliebt sind, stellt sich die Frage, ob ihr Persönlichkeiten, ihr Alltag, ihre Lebensentwürfe zusammenpassen und wie sie mit dem »Ballast« umgehen, den beide aus früheren Beziehungen und/oder traumatischen Erlebnissen mit einbringen.

Jeder Mensch trägt solchen »Ballast« mit sich herum und wie stark er uns in unserem Leben beschwert und beeinträchtigt ist individuell höchst unterschiedlich. Manchmal reichen wenige Zeilen, in einem Buch, um alte Bilder wieder lebendig werden zu lassen. Die daraus resultierende Angst verfolgt uns dann mitunter tage- oder wochenlang. Um solche Trigger zu vermeiden, habe ich mich entschieden, meinen Roman mit einer Triggerwarnung zu versehen.

Denn es geht in »Zum Horizont führt keine Treppe« auch um die Auseinandersetzung mit sexuellem Missbrauch, Stalking, Ängsten und Traumata.
Die Protagonistin Vika hat in der Vorgeschichte dieses Romans erlebt, dass ein Mann, mit dem sie eine Zeit lang bereitwillig geschlafen hat, bei einer späteren Begegnung den Geschlechtsverkehr gegen ihren Willen durchführte. Sie scheut sich zunächst, dieses Erlebnis »Vergewaltigung« zu nennen, in ihrer neuen Beziehung flammt die Erinnerung jedoch wieder auf und Vika begibt sich sehr schnell (wieder) in Psychotherapie.

In dem Kapitel »Frisch getriggert« gibt es eine kurze Traumsequenz (im Taschenbuch Seite 168-/169), in der Vika die Vergewaltigung noch einmal durchlebt.

In früheren und späteren Kapiteln wird eher ihr Umgang damit thematisiert. Da dieses spezielle Erlebnis ihre einzige Gewalterfahrung ist und sie über eine sehr gute Resilienz  (psychische Widerstandskraft) verfügt, ist Vika nicht schwer traumatisiert. Dennoch ist die psychologische Betreuung für sie wichtig und empfehlenswert.

Zur Spannung des Buches tragen Elemente bei, die deutliche Parallelen zu klassischem Stalking haben (auch wenn die Gründe, warum Hartmut Vika immer wieder verfolgt, andere sind). Die beschriebenen Situationen haben mich teilweise beim Schreiben selbst sehr getriggert.

Der männliche Protagonist Etienne Jeancour hat bei einem dramatischen Autounfall seine Mutter verloren und ist selbst seitdem querschnittgelähmt. Er hat Verlustangst, Panikattacken, mitunter auch Minderwertigkeitskomplexe, die aber nicht sehr stark ausgeprägt sind. Seine Panikanfälle und Ängste werden in den Kapiteln »Wasser und Brot« (ab Seite 122) und »Flucht nach vorn« (ab Seite 150) beschrieben.

Die Implikationen von Etiennes Querschnittlähmung sind realistisch und tabufrei beschrieben und fließen über das ganze Buch hinweg immer wieder ein.

Ich hoffe, diese Triggerwarnung hilft euch bei der Entscheidung für oder gegen die Lektüre meines Buches. Wenn ihr noch Anregungen habt, wie ich diesen Text verbessern kann, meldet euch gern über Social Media oder über »Kontakt« hier auf der Website.

Eure Alizée

 

 

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