Jessica Koch, ihre Leserinnen und ein Geheimtipp

 

Manchmal ergeben sich Chancen aus den seltsamsten Situationen.
„Wenn unser ganzes Denken nur auf ein entferntes Ziel fixiert ist, werden wir auf dem Weg dorthin nie so gut sein, wie wir sein könnten. Durch unsere Scheuklappen werden wir allerhand gute Gelegenheiten verpassen.“ Das sagt mein Protagonist Etienne Jeancour auf Seite 252 der Taschenbuchausgabe meines Romans „Dein Weg, meine Liebe“. Ich selbst habe gerade wieder einmal erfahren, wie recht er hat. Wenn wir das, was wir gerade tun, mit Herzblut tun, ergeben sich daraus Chancen, und wenn wir offen sind, erkennen und nutzen wir diese.

 

Persönliche Widmung

An einem Abend im November saß ich an meinem Laptop. Ich fragte mich, wie ich Menschen auf die Geschichte von Vika und Etienne aufmerksam machen kann. Das erste Leserfeedback war vielversprechend. Menschen, die mich nicht persönlich kennen, fanden Gefallen an der Geschichte und empfahlen sie weiter. Um neue Leserinnen außerhalb meiner eigenen Social-Media-Kanäle zu gewinnen, startete ich eine Leserunde bei LovelyBooks. Für die zwanzig Buchgewinner sinnierte ich über passende Widmungen. Auf Facebook stellte ich die Frage, wie es andere Autoren handhaben: Empfängername rein oder lieber neutral halten? Wie das auf Facebook gern mal passiert, eskalierte plötzlich die Diskussion an der Frage, wie viel man potenziellen Lesern wohl entgegenkommen sollte. Die Bestsellerautorin Jessica Koch (über 200.000 verkaufte Exemplare) sprang für eine freundliche Behandlung der eigenen (potenziellen) Leser und Leserinnen in den Ring. Mit Signaturen zu knausern, als Autorin vom hohen Ross auf diejenigen herabzuschauen, die ihre Bücher kaufen, ist nicht ihr Ding. Der nahe Kontakt zu ihren Leserinnen und Lesern hat sie in die Bestsellerlisten gebracht. Ihr Debüt wird demnächst verfilmt.

 

Hitzige Diskussion auf Facebook

Der hitzigen Diskussion im Facebook-Thread folgte ein entspannter Chat im Messenger. Aufgrund einer Empfehlung von Tati Jana hatte ich ohnehin gerade „Dem Horizont so nah“ auf meinem Kindle und wollte am Abend noch anfangen. (Ihr neues Buch „Die Endlichkeit des Augenblicks“ hatte ich schon vor einigen Wochen gelesen. Dort kommt auch ein Rollstuhlfahrer vor, und ich wollte einfach wissen, wer da zeitgleich mit Etienne unterwegs ist.) Aber wenn man mit der Autorin chattet, muss die Lektüre warten. Ich stellte Fragen. Jessica Koch stellte Fragen. Wir haben beide Bücher geschrieben, in denen wir in einer mehr oder weniger fiktiven Erzählung den Verlust unserer Partner verarbeiten und in denen es um harte Schicksalsschläge geht. Mich hat interessiert, wie ihr Debüt eine so große Leserschaft gefunden hat. („Dem Horizont so nah“ ist der erste Teil der so genannten „Danny-Trilogie“. Jessica Koch hatte von Anfang an einen engagierten Literaturagent. Jessica war nie Selfpublisherin.)

 

„Ihr Lieben, heute bin ich zufällig auf eine Autorin gestoßen…“

Jessica Koch wollte den Link zu meinem Buch und wissen, worum es da geht. Karatelehrer im Rollstuhl. Schon ziemlich crazy. Noch während wir chatteten, schrieb sie plötzlich, sie habe jetzt „Dein Weg, meine Liebe“ in ihrer Facebook-Gruppe empfohlen. Aha, dachte ich. Das war jetzt nicht meine Intention, aber nett ist es ja.  Ich bedankte mich, versprach, den Beitrag am nächsten Tag zu teilen und ging ins Bett – Danny lesen.
Am nächsten Morgen hatte ich 7.000 Plätze im Amazon-Ranking gutgemacht. Platzierungen im Ranking sind abstrakt, schrieb ich neulich. Sind sie auch immer noch. Aber schön war, dass Jessicas Leserinnen nicht nur kaufen, was sie empfiehlt, sondern sich auch damit auseinandersetzen. Ich habe Amazon-Rezensionen erhalten, die wirklich mein Herz wärmen. Zum Beispiel diese hier von Beate, die eine meiner Kapitelüberschriften aufgegriffen hat: Stufenlos durch die Nacht.

Derweil las ich abends nach der Arbeit „Danny“. Mein Mann findet es ja etwas anstrengend, wenn ich noch lese, während er schlafen möchte. Aber mit dem neuen Kindle mit integrierter Beleuchtung ist das zum Glück kein Problem. Schwierig war eher das Geschluchze und Geschnäutze. Aber der Gatte hat’s überlebt.

 

Zusal oder Schickfall?

Während ich zwischen Sommer 2012 und Herbst 2016 an „Dein Weg, meine Liebe“ schrieb, las ich nur wenige andere Bücher. Teils wollte ich mich nicht ablenken, teils musste ich einfach mit meiner spärlichen Freizeit haushalten. Was noch alles zu kurz kam, habe ich in meinem Eintrag Mein Weg, Dein Buch beschrieben. Jessica Koch’s Debüt „Dem Horizont so nah“ erschien im März 2016 erstmals im Feuerwerke Verlag – und ging damit glatt an mir vorbei. Jetzt aber, gut anderthalb Jahre später, hatte ich das Gefühl, es hatte seinen Sinn, gerade jetzt auf dieses Buch zu stoßen und mit Jessica Koch in Kontakt zu kommen. Meine Gedanken zu ihrem Buch habe ich auf Amazon in meiner Rezension „Dieses Buch ist eine Wucht!“ festgehalten.

 

Links zu erwähnten Seiten

www.lovelybooks.de

www.janas-lesehimmel.de

www.jessica-koch.de

www.feuerwerkeverlag.

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Von Alizée Korte | Datum: 18.11.2017

Jessica Koch, ihre Leserinnen und ein Geheimtipp
5 Sterne bei 1 Bewertung(en)

Buch - Dein Weg, meine Liebe von Alizée KorteBuch - Dein Weg, meine Liebe von Alizée Korte